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Drei Weiber in der Herrenparfümerie
«Würdest Du mit in die Stadt kommen und ein bisschen auf das Kind
aufpassen?» fragte Mutter Frogg neulich abends am Telefon. «Na
klar, gerne!» strahlte die Frogg. Mutter und Vater Frogg haben gerade
Besuch: ihre Enkelin, Marie Christiane, zweijährig und meine Nichte. Ich
hatte ihnen Unterstützung angeboten, falls sie welche brauchen. Nun
stieg Mutter auf das Angebot ein. Denn Vater hat Geburtstag, und sie
musste ihm noch ein Geschenk kaufen.
Wir treffen uns in Frösch, Bushaltestelle Viktoriaplatz. Vater Frogg ist
mit von der Partie. Warum soll er seine Enkelin auch länger als nötig
aus den Augen lassen? Als wir auf das Warenhaus «Globus»
zusteuern, weiss er aber, dass seine Anwesenheit nicht mehr
erwünscht ist: «Ich gehe jetzt wohl besser noch schnell auf die Post,
etwas erledigen. Ich warte dann in der Bahnhof-Unterführung auf
Euch.»
Mutter hat an ein Eau de Toilette für ihn gedacht. Wir drei Frauen also
hinein in die «Globus»-Herrenparfümerie. Bestaunen die 1000
Fläschchen: Kenzo, Hugo Boss, Fahrenheit. Mit drei ratlosen
Anfängerinnen-Augenpaaren. Beginnen mit Tests. Vielen Tests. Viel
zu vielen Tests. Drei Erwachsenarme und ein Kinderhändchen sind
schon vollgesprayt und abgerochen. Da entdecken wir, dass auch
Chanel Herrenparfüms macht. Etwa vier Linien. «Das ist’s!»
beschliessen die zwei erwachsenen Frogg-Frauen. Nun müssen die
letzten Arme und Händchen auch noch zur Wahl des richtigen Chanel
hinhalten, und Meldchen kriegte vom Riechen eine Eau de
Toilette-nasse Nase. Wahrscheinlich riechen wir drei schon selber
wie ein Parfümladen.
Zehn Minuten später: Drei Frogg-Frauen betreten die
Bahnhofunterführung. Die kleinste trägt schwer aber stolz an einer
edlen Papiertüte. Vater steht breitbeinig beim Postomat. Wir sind
noch nicht näher als fünf Meter, als er bis zu den Zehenspitzen zu
grinsen beginnt und ausruft: «So! Wart Ihr etwa in der Parfümerie?!»
fröhlich
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