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Startseite » Tagebuch » User: Autor, weiblich philemon frogg [ 45 J.]
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Tagebucheintrag von Autor, weiblich philemon frogg [ 45 J.] vom 05.09.2003, 11:28 Uhr


Ich bin von meiner Nichte enttäuscht

Meine Nichte Marie Christiane. Schon jetzt, im Alter von zwei Jahren, hat
sie einen ausgeprägten Familiensinn. Sie weiss ganz genau, wer
bei Froggs zu wem gehört. Wenn sie mich mitten in der Stadt von
weitem sieht, dann zeigt sie mit dem Finger auf mich und sagt zu
Mutter Frogg: «Imo!» Und als nächstes zu mir: «Wo ist der Tiger?»
Verschwindet Vater Frogg auch nur eine Sekunde aus ihrem
Gesichtsfeld, blickt sie zum nächst besten Familienmitglied hoch
und fragt mit hoher Bereitschaft zur Panik: «Wo ist Opapi?»
Ausserdem sorgt sie bemerkenswert ausdauernd für ihre Puppe
Bébé. Das erfüllt unsere kinderlose Tante Frogg mit Hoffnung.
Vielleicht wird der Frogg-Walholz’sche Genpool dereinst doch nicht
versiegen.

In einer Hinsicht aber bin ich ein wenig enttäuscht von der Kleinen
(sofern man als kinderlose Tante überhaupt das Recht zu einer
solchen Empfindung hat): Die Kleine regelt alles immer mit einem
Lächeln. Schon als Kleinstkind hat sie das so gemacht. Etwa, als
sich bei href="http://www.mytagebuch.com/tb/profil.php?id=7075&jahr=2002&
monat=02&eng=71452&PHPSESSID=d68322973af6e308ff3892fb25
8ed490">ihrer Taufe Scharen von Fremden und Verwandten
über sie beugten und merkwürdige Laute von sich gaben. Sie schlug
die Kulleraugen auf und strahlte. Da waren alle entzückt und die Welt
war mehr als in Ordnung. Hat die Kleine das Lächeln früh als
Strategie entdeckt, alles zu bekommen, was sie will? Oder ist das
der kleinkindliche Lächelreflex, der bei Bedrohungen wie von selbst
einsetzt? Aber andere Zweijährige, die ich kenne, lächeln doch
seltener.

Dabei hat Tante Frogg doch so mühsam lernen müssen, dass
lächeln nicht immer vor Bedrohungen schützt. Dass ihr auch das
süsseste Strahlen nicht immer das bringt, was sie will. Und dann hat
sie Jahre gebraucht, bis sie in dringenden Notfällen zubeissen statt
lächeln konnte. Und nun soll dieses zarte Geschöpf von all diesen
Mühen nichts geerbt und nichts mitgekriegt haben?! Nun muss das
Kind mit all dem nochmal von vorne anfangen?! Das ist doch eine
Zumutung, findet Ihr nicht auch?!


@Pete: Tja, mein Lieber, Berge können süchtig machen! Wenn die
Wiesen vor Bergblumen überschäumen, die Hänge sich
schwindelerregend in die Höhe stürzen und das Blut durch den
Körper rauscht wie ein Bergbach... das hat schon was. Im übrigen ist
gehen in den Bergen viel schöner als Auto fahren (sagt Dir eine, die
es mittlerweile weiss). Denn zu Fuss ist man mit allen Sinnen mitten
in der Welt. Reicht das?


Betrunken fröhlich


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pete: "Ehrlich gesagt, noch nicht so ganz. Im Schneekapit ..."
fritzi: "Du müßtest schon des Nichtleins unnachahmliches za ..."
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  weiblich philemon frogg [ 45 J.]
"Die Morgengedanken eines Nachtschattengewächses"
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