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Tagebucheintrag von Autor, weiblich philemon frogg [ 45 J.] vom 21.01.2004, 18:15 Uhr


Ein Eintrag eigens für Barfly. Thema: Männer

Meine geschätzte Mitautorin Barfly, alias Fliege, forderte neulich in einer Nachricht ultimativ meine gesammelten Geschichten zu Sex, Drogen und Rock ‚n‘ Roll. Nun, zu Drogen habe ich in einem früheren Eintrag alles wesentliche gesagt. Ob ich für Rock ,n' Roll genügend Zeit habe, weiss ich noch nicht. Bleibt also Sex. Nur: Es gibt da ein kleines Problem: Die kruden Details beschreiben mag ich nicht. Die Dame schweigt und geniesst, lautet da mein Motto. Ausserdem bin ich alte Schule und kann schlecht zwischen Sex und Liebe unterscheiden. Deshalb bleibe ich hier ganz an der Oberfläche:

Die umfassende Liste der Liebhaber von Philemon Frogg

Guido. Bis Februar 1987. Ohne genau zu wissen, was sie tat, wahrte Moni auch beim Abenteuer im Kirschblütental taktisch geschickt ihre Jungfräulichkeit. Es lohnte sich: Noch im Herbst 1984 kriegte sie Guido endlich rum. Die beiden taten es im Priesterseminar, wo Guido damals wohnte. Das fand Moni pikant aber nicht besonders schön. Sie wollte ohnehin nicht Diakons-Gattin werden und verliess ihn, als sie an die Uni ging. Er wurde später doch noch Priester. Jedenfalls für ein paar Jahre. 2001 hat er geheiratet.

Konrad. März 1987 bis Frühjahr 1994. Er war Modellschreiner, Sozialpädagoge und aus Moderig. Ein richtig süsser, normaler Freund mit grossem Talent zum Glücklichsein. Moni verliess ihn nach Studienende, weil, naja... es wäre einfach alles viel zu einfach gewesen. Heute ist er Psychologe, hat eine Frau und eine reizende Tochter namens Hanne.

Einstein English. Weihnachten 1993 bis Sommer 1994. Mathematiker, Ingenieur und Sterngucker mit himmelblauen Augen und Londoner Wurzeln. Philemons grosse Liebe, was aber nur bedingt auf Gegenseitigkeit beruht. Er war öfter betrunken, was auch seine Eignung zum Liebhaber etwas einschränkte. Es war die Frogg, die die kurze Liaison schliesslich beendete. Er lebt in Deutschland und ruft alle paar Wochen an. Im Frühling werde ich ihn besuchen. Nach Wegfall von Franz und A2 ist er mein bester Kumpel.

Michelangelo. Sommer 1994 bis Sommer 1995. Professioneller Taugenichts aus Bern mit akademischem Titel. Er war der schönste von allen, aber der Liaison fehlte alles ausser der Leidenschaft und der gemeinsamen Liebe zum Rock ‚n‘ Roll. Entsetzlich eitel! Eine Schande, dass ausgerechnet er der Frogg das Herz gebrochen hat! Seit 1995 habe ich kein Wort mit ihm gewechselt, aber ich weiss, was er treibt!

Mäxchen. Frühjahr 1996 bis Frühjahr 1998. Tüchtiger, phantasievoller und vitaler Nachwuchs-Manager mit markantem Profil, Napoleon-Komplex, einer teuren Uhr und einer kindlichen Liebe für Stofftiere. Er hatte das Zeug, der Vater von Philemons Kindern zu werden. Aber das wollte er nicht. Lieber verliess er sie einer bekennenden Lesbe wegen. Wäre Philemons Herz damals noch fragil gewesen, es wäre zum zweiten Mal gebrochen. Zum Glück hatte sie es nach Michelangelo gut geleimt. Mäxchen hat heute einen wichtigen Posten bei einer Bude in Schottland. Seine Lesbe auch. Ich bin seit dieser Episode nicht gut auf Lesben zu sprechen.

François, One-Night-Stand im Frühjahr 1998, der einzige je. Fotograf, Schwerenöter und ein uralter Kumpel. Er zeigte mir schon sein Wasserbett, als ich noch mit Guido zusammen war, aber damals blieben wir keusch. Dieses eine Mal – auf dem Frogg’schen Gabbeh-Teppich – war Salbe auf mein wegen Mäxchen doch ziemlich wundes Herz. Heute treffen wir uns gelegentlich beim Mittagessen in der gemeinsamen Stammkneipe, und er erzählt mir Fröscher Klatsch und die neuesten Verschwörungstheorien zum 1. September 2001.

Manuelito Marquez Meier, Sommer 1998 bis Spätherbst 1999. Poet und ein grandioser Liebhaber, aber leicht psychotisch. Die Affäre war das damals wahrscheinlich bestgehütete Geheimnis von Frösch. Die Frogg verstand es, das Beste von ihm zu kriegen, ohne sich in seine Probleme zu verstricken. Als der Tiger am Horizont auftauchte, verabschiedete sie sich. Ich sollte ihn anrufen. Hab’s ihm vor Weihnachten versprochen.

Herr Tiger. Seit 7. Januar 2000. Den kennt ihr ja. Als Liebhaber ist er ganz ordentlich, dafür, dass wir jetzt zusammen schon ins vierte Jahr gehen. Nur bezüglich seiner Eignung als Ernährer meiner Kleinen habe ich mich etwas verspekuliert.

All die Herren sind heute übrigens zwischen 40 und 50 – ausser Mäxchen, der wohl erst 37 ist.



Grünes Smilie Alles klar?


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  weiblich philemon frogg [ 45 J.]
"Die Morgengedanken eines Nachtschattengewächses"
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