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Der Tiger wird Fressgötti, eine Leserinnenschelte und eine Bitte um Tipps
Natürlich werde ich Euch so schnell wie möglich erklären, was ein Fressgötti ist. Aber erst muss ich die Frogg beruhigen. Die spielt hier nämlich beleidigte Leberwurst. Wegen der Messages zu unserem letzten Eintrag.
Sie jammert über unsere Leserinnen rum: «Da bemühen wir uns jahrelang, denen jedes verdammte Deutschschweizer Vokäbelchen zu übersetzen. Die erfahren von uns was gluschtig bedeutet. Die bekommen bei uns ganze Listen von schweizerdeutschen Schimpförtern ausführlich erklärt. Auch versäumen wir es nicht, denen jedes Mal zu auszudeutschen, was ein Cüpli ist. Hält das etwa unser geschätzter Zürcher Kollege Gayvin für nötig?! Nicht die Bohne! Aber werden wir je gelobt dafür, dass wir gewissenhafter sind als andere Autoren hier? Nö, man nimmt einfach als selbsverständlich hin!
Ich hole aus zum antworten, aber schon krächzt die Frogg (sie ist erkältet und deshalb etwas dünnhäutig) weiter: «Aber wehe, ich vergesse EINMAL, EIN EINZIGES MAL, ein schweizerdeutsches Wort sofort mit Übersetzungshilfe zu versehen wie im letzten Eintrag. Wehe, der Tiger tut es an meiner Stelle – und noch nicht einmal eigenhändig... schon bricht tosender Applaus über den Tiger herein! Und das von meinen geschätzten Kolleginnen! Wo bleibt da die Frauensolidarität????!!!!»
So. Jetzt hat sie erst mal einen Hustenanfall.
Derweil sie nach Luft ringt, sage ich: «Also, meine Liebe, jeder weiss doch, dass Frauen im Patriarchat von Kindsbeinen an drauf trainiert werden, Männer über alle Massen zu loben. Ich meine, mit nichts anderem als heftigem Lob bringt eine Frau einen Mann dazu, einmal im Jahr einen prallvollen Güselsack* nach draussen zu tragen!!! Auch wenn er sich beim Gespräch über Haushaltspflichten dazu verpflichtet hat, es alle zwei Wochen zu tun.»
Da muss mir die Frogg recht geben. Wir kennen ja beide die Männer.
Deshalb kann ich Euch jetzt endlich erklären, was ein Fressgötti ist. Nun, der Fressgötti ist der Mann der Gotte. «Gotte» wiederum ist das schweizerdeutsche Wort für «Taufpatin». Der Fressgötti heisst Fressgötti, weil man ihn immer mitfüttern muss, wenn man die Gotte ans Familienfest und somit zum Arbeiten einlädt. Witzig, nicht? Ich habe das Wort auch zum erstenmal gehört, als meine Freundin Veronika mich gebeten hat, Gotte ihres zweiten Kindes zu werden. Und da ich ja gesagt habe, wird der Tiger jetzt Fressgötti. Und ich bekomme ein Patenkind!
Aber genau hier beginnt mein Problem: Was macht man mit einem Patenkind? «Das sollte man doch wissen!» werden jetzt alle Familienfreaks unter Euch aufheulen. Aber ich bin mir da nicht so sicher. Warum nicht, erkläre ich Euch demnächst.
Einstweilen dankbar um Tipps
*Mülltüte
verschnupft
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