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Gehen Sie nach New Orleans, so lange es noch steht
Ständig versuche ich mir unser Zimmermädchen damals in New Orleans vorzustellen. Was macht sie jetzt, wo der Wirbelsturm über ihre Stadt tobt? Ist sie mit dem Auto nach Baton Rouge geflohen und sitzt dort in einer dieser Notunterkünfte? Aber sie sah nicht aus wie jemand, der überhaupt ein Auto besitzt. Sie hatte Linien im Gesicht wie nur arme Leute sie haben.
Sitzt sie in diesem Stadium, dem der Wirbelsturm das Dach demoliert haben soll?
Ich kann mir unser Zimmermädchen nirgendwo anders vorstellen als im Zimmer unseres Hotels damals.
«Nein», sagt Philemon Frogg entschlossen, «Nein, ich glaube, sie hat eine richtig fette Schwester mit vier Kindern, und diese Schwester hat ein Auto. Mit dieser Schwester und all ihren Kindern ist sie im Auto nach Baton Rouge gefahren. In so einer riesigen, alten Blechschüttel wie viele Schwarze im Süden sie fahren. Jetzt sitzt sie in so einer Notunterkunft in Baton Rouge. Sie hat es schön warm und trocken und gibt dem Baby ihrer Schwester ein Fläschchen.»
Das beruhigt uns.
Ich weiss nicht, warum die Frogg ständig über dieses Zimmermädchen nachgrübelt.
Auch der schlechtgelaunte Kerl an der Reception ist jetzt nicht mehr in seinem Hotel im French Quarter. Auch nicht der Typ, der jeweils unser Auto im Hinterhof parkiert hat und dann selber mit dem Rad nach Hause fuhr. Und die weisse Kassenfrau im Klostermuseum nebenan auch nicht. Und auch nicht die chinesische Souvenirverkäuferin, mit der ich geplaudert habe. Und nicht die Esoterikerin im Voodooladen. Und auch die Familie Bickham dürfte das Grab ihres Söhnchens «Duda» im Stich gelassen haben und geflohen sein.
Wahnsinn.
Also, item. Über das Zimmermädchen denke ich dauernd nach, weil ich eigentlich noch mehr über sie erzählen wollte. Philemon mochte sie. Philemon wollte mir ihr ins Gespräch kommen. Vielleicht, weil das Zimmermädchen eine so ausgeprägte Demutshaltung hatte. Philemon muss etwas unternehmen, wenn ihr Menschen mit so einer Demutshaltung begegnen. Sie muss irgend etwas Nettes sagen.
Naja, manchmal will sie solchen Menschen auch extra noch eine reinhauen. Weil sie so demütig sind, und dann auch noch dumm und mäkelig...
«Gar nicht wahr!» schimpft die Frogg.
Also, mit dem Zimmermädchen wollte die Frogg ins Gespräch kommen. So machte ich mich bereit, damit ich ihr an unserem zweiten Morgen in New Orleans das Frühstückstablett aus der Hand nehmen konnte. Das war am 24. Juni.
So war es damals noch in New Orleans:

Und so:

Mehr später... Bin müde.
Sorry, dass ich Euch dauernd mit Unwettergeschichten langweile. Ich habe selber so die Schnauze voll von Unwettern!!!
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