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Die Frogg hat eine neue Essstörung
Die Frogg will nicht etwa abnehmen, bewahre! Dennoch ist sie auf Diät. Sie verzichtet auf:
- Weizen (also auf die meisten Brote und sämtliche Teigwaren)
- Kuhmilch (also auch auf Joghurt, die meisten Käsesorten und Eis)
- Weisswein
- Südfrüchte, ausser, wenn sie im Süden ist
- Schweinefleisch
Sie ist vorsichtig mit:
- Nüssen
- Rohkost
- Kristallzucker
Erlaubt sind:
- 1 Tasse Kaffee im Tag
- Sahne, Quark und sehr harter Käse (seltsamerweise)
- Rotwein (Gott sei Dank!)
Grund: Ihr Ohrenleiden, wieder mal.
Die Frogg war bei einem Naturarzt, der einen guten Ruf hat. Und der sagte: «Sie sind Allergikerin, da bin ich mir ganz sicher.» Dann rückte er obige Liste heraus. Und ein Rezept für eine Teekur. Schliesslich sagte er: «Jetzt halten Sie sich ein Jahr lang an diese Liste. Und dann kommen Sie wieder.»
Das tut die Frogg. Obwohl sie sich geschworen hat, nie eine heikle Esserin zu werden und Gastgeber mit Vegetarismus und anderen Mäkeleien zu ärgern.
Zu Hause hält sich die Frogg mit Pumpernickel, Kartoffeln, Malzkafee, Ziegen-, Schaf- und Hafermilch bei Kräften. Wichtig auf ihrem Speiseplan sind Reiswaffeln und Dörrfrüchte geworden: Ich habe mich mit meiner Vorliebe für beides schon zur Zielscheibe liebevollen Spotts meiner Kollegen Elsie und unseres mittleren Chefs, des Wachhunds, gemacht.
Aber in Italien? Im Land von Pizza und Pasta, Panini und Tramezzini und Gelato? Nicht trivial, das ganze.
Ich muss sagen, in den ersten Tagen in Napoli kam ich einigermassen über die Runden. Wenn man davon absieht, dass ich ständig Hunger hatte. Ich ass ja fast nur Meeresgetier (ausgesprochen kalorienarm) und einmal zerrte ich den Tiger fast schon unanständig hastig in ein Restaurant, wo es ein Gericht mit Bohnen zu geben schien. Es entpuppte sich als lokale Spezialität: Bohnen und Nudeln. Tja, auch nichts für mich. Aber es gab dann Huhn und Bratkartoffeln, alles in viel Öl! Juhi, eine Kalorienbombe! Da war ich wenigstens wieder eine Weile satt.
In der Trattoria la Campangnola an der Via San Biagio dei librai (sehr zu empfehlen, wurde unser Stammrestaurant), entdeckten wir zudem DIE Antipasti: Gemüse in Meerfrüchte sottolio (im Öl eingelegt).
Naja, und manchmal gabs zwei Tassen Kaffee im Tag. Aber die Kaffeetassen sind ja sooo klein in Italien...
So hielt ich in Napoli mein Fastengebot einigermassen durch (mit guten Resultaten fürs Ohr). Aber am Tag unserer Abreise liess ich mich dann zu einer Sünde hinreissen -– wegen einer Hochzeit. Aber davon erzähle ich Euch später.
besessen
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