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Warum ich «Desperate Houswives» mag, nicht aber «Sex in the City»
Neulich ertappte ich Philemon Frogg beim Rennen. In gestrecktem Galopp floh sie aus den Räumen des Fröscher Tagblatts und hastete atemlos heimwärts.
Es war am Montag. Am Montag läuft jeweils «Desperate Housewives» am Schweizer Fernsehen (zweite Staffel) Und für «Desperate Housewives» lässt Philemon alles stehen und liegen.
Einmal hatte ich ein richtiges Streitgespräch über «Desperate Housewives» mit meiner alten Freundin Mira. Sie ist seit 11 Jahren Hausfrau und Mutter und kann mit «Desperate Housewives» gar nichts anfangen. Die Probleme von Hausfrauen? «Die kann ich zu Hause selber haben», hat sie einmal gesagt.
Sie liebte statt dessen «Sex in the City», die Serie über Singlefrauen in New York. «Sex in the City» zeige eine fremde Welt für sie, behauptete sie. Das wolle sie ja, wenn sie schon vor dem Fernseher hocke. Etwas Neues, den Duft der grossen Welt.
Auch Philemon sucht beim Fernsehen das Aussergewöhnliche. Deshalb mochte «Desperate Housewives». Denn Singlefrau in der Stadt war sie selber lange genug gewesen. Hausfrau in der Vorstadt wie die Desperate Housewives dagegen noch nie.
Aber es gibt einen Grund, der noch tiefer liegt: Die Komik von «Sex in the City» ergab sich daraus, dass die Hauptfiguren naiv und schusslig waren und dämliche Fehler machten. Wie die Frogg selber auch (glaube ich jedenfalls, ich habe «Sex in the City» nur ein- oder zweimal gesehen). Die Frogg hätte also nur über ihre eigene Dämlichkeit gelacht.
Die Heldinnen von «Desperate Housewives» dagegen sind wunderbar intrigant und böse. Und immer so perfekt. Da lache ich, weil die perfekte Maske verrutscht und die Intrige hinten raus geht. Das ist Schadenfreude und fühlt sich gut an.
Wobei: Ratet mal, mit welcher Figur sich die Frogg am meisten identifiziert?
- Mit Bree, der perfekten und total verklemmten Hausfrau?

- Mit Susan, der allein erziehenden Kinderbuchautorin mit dem zwielichtigen Freund?

- Mit Lynette, der Karrierefrau und überforderten Mutter?

- Mit Gabrielle, dem geldgeilen Model?

Ratet! Nächstes Mal verrate ich’s Euch!
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