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Beschissene Heimkehr
Kurz vor Mitternacht stiegen wir gestern vor unserem Haus aus dem Taxi. Wir kamen aus den Ferien zurück, zurück aus dem traumhaft schönen Griechenland, direkt vom Flughafen. Hatten vom Taxi aus gesehen, dass in Frösch ganz schön was los war: Altstadtfest.
Frogg Hall erreichen die Auswirkungen solcher so genannten Volksfeste normalerweise nicht, denn Frogg Hall liegt in einem ruhigen Mietshaus-Quartier am Stadtrand. Es war still auf der Strasse vor Frogg Hall. Da lag nur etwas mehr Müll als sonst. Da standen ein paar halbleere Bierflaschen. Und auf der Treppe, die zu unserem Haus führt, lagen ein dunkler Haufen und ein weisses Stück Papier.
Die Frogg fand den Haufen suspekt. Sie tänzelte mitsamt Reisetasche um ihn herum. Er verströmte leichten Kotgeruch.
Der Tiger übersah den Haufen, trat hinein und stellte fest: Es war Kot. Er verbrachte nachher eine halbe Stunde damit, seine Schuhe zu reinigen. Die ganze Wohnung stank.
Irgend ein betrunkener Vollidiot hatte uns also buchstäblich vor die Haustür geschissen. Hatte sich nachher mit einer Serviette seine dumpfen Backen abgewischt, das Papier hingelegt und mit der ganzen Bescherung zwei müden Heimkehrern ein prima Willkommensgeschenk gemacht!
Ein schlechtes Omen? «Es gibt keine schlechten Omen!» sagte die Frogg ruhig. «Ist alles Zufall.»
Und wenn Ihr jetzt findet: Über so was sollte man gar nicht schreiben. Mit so was sollte man seine Leser nicht ekeln, dann lasst Euch gesagt sein: Ich will ja nur, dass Ihr das Wort «beschissen» nie mehr unbedacht verwendet. Und damit Ihr die Lektion auch wirklich lernt, lasst Euch auch dies erzählt sein: Heute früh war der Haufen noch da, inzwischen angetrocknet und über und über von grün schillernden Fliegen bedeckt.
Nun stellte sich die Frage, wer ihn entfernen musste. Im Prinzip sind die Leute im Erdgeschoss zuständig. Im Prinzip. Aber die Tamilin mit der sympathischen Tochter scheint verreist zu sein. Und der Student von der anderen Wohnung könnte dem Namen nach zwar eine Figur aus Harry Potter sein, Cornelius Fudge oder so, und müsste sowas also im Nu regeln können. Aber er kifft bloss ständig, und ich habe ihn nie was für das Haus tun sehen. Eigentlich habe ich ihn überhaupt noch nie gesehen, sondern immer nur seinen Stoff gerochen.
Und der Tiger war um 11 Uhr noch im Pyjama.
Also tat ich es. Ich brauchte sowieso Ablenkung. Ich habe wieder Probleme mit den Ohren. Wenn es still ist, dann dröhnt mir manchmal der Kopf als stünde ich zu nahe bei einer Starkstomleitung. Und manchmal höre ich plötzlich ein Gurgeln wie aus einem alten Wasserhahnen. Meist wird daraus das Geräusch eines unten auf der Strasse vorbeifahrenden Autos. Oder eines Flugzeugs. Manchmal auch gar nichts. Erinnert mich alles ganz furchtbar an die Zustände um Weihnachten. Sehr beunruigend. Im Moment ist es besser, ich habe noch Trental 400 vom Doktor, die helfen ein bisschen. Aber am Morgen war es schlimm. Am Morgen musste ich irgend etwas tun, was meine Gedanken von meinen Ohren ablenkte.
Ich richtete sie also auf das Altstadtfest und alle anderen sinnlosen Besäufnisse in dieser Stadt, die man verbieten sollte, jawohl, allesamt, und entfernte den Scheisshaufen vor unserem Haus. Er war schon voller Würmer.
Es war die widerlichste Arbeit, die ich je verrichtet habe. Auch deshalb soll die Geschichte hier erzählt sein. Damit ich etwas verbales Schulterklopfen erhalte.
wäääääckkkk!
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