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Sämtliche Heldentaten der Familie Frogg
Froggs sind ehrgeizige Leute gewesen, so lange das Gedächtnis der Familie zurückreicht.
Was allerdings nicht sehr weit ist, denn Grossvater Jakob Frogg kam aus dem Nichts. Eines Tages fand er sich im Bergland weitab von Frösch ein, dort wo die Strassen schon sehr bald zu mässig festen Waldarbeiterwegen werden. Genau an der Stelle, wo damals der Asphalt aufhörte und der Matsch begann, fand er die einzige Tochter eines Kleinbauern, heiratete sie und wurde damit Herr eines Hofes.
Sie war ein zartes Geschöpf. Er soll sich dagegen, so hat es die Familienlegende, schnell als Patriarch erwiesen haben. Aus dem Hof wollte er jedenfalls etwas Rechtes machen. In 20 Jahren züchtete er deshalb zweimal einen Stall voller Rassekühe. Zweimal musste er sie alle aufs Mal notschlachten.
«Der Bang» hiess die zweite Seuche, die dem alten Frogg das Vieh aus dem Stall holte.Beinahe hätte sie ihn in den Konkurs getrieben. Zum Glück hatte in derselben Zeit Grossmutter Frogg drei Söhne und eine Tochter zur Welt gebracht und zumindest so weit aufgezogen, dass der Älteste, als Stammhalter ebenfalls Jakob genannt, den Hof übernehmen und so die Familie vor Schimpf und Schande und dem finanziellen Ruin bewahren konnte. Als Grossvater Frogg starb, war seine Enkelin Philemon erst wenige Jahre alt. Sie hat ihn als knurrigen, widerliche Zigarren rauchenden und durch einen Gehirnschlag bereits sehr angeschlagenen alten Herrn in Erinnerung. Obwohl wenig über die Katastrophe geredet wird, hinterliess sie Spuren im kollektiven Gedächtnis der Froggs. Als vor anderthalb Jahren in England die Maul- und Klauenseuche ausbrach, kaufte Jakob Frogg’s Enkelin Philemon sofort die «Sunday Times», las alles über die Tierseuche und darüber, wie die Schlächter den Bauern das Vieh von den Höfen führten. Und sie, die Städterin, die nicht einmal Hunde mag, verspürte darob einen mächtigen Schmerz, den sie selber nicht verstand.
Anton oder Toni Frogg, der zweite Sohn Jakobs, ist für die meisten von Euch ein alter Bekannter. Er war ein etwas kränklicher, aber begabter Bub und besuchte sogar zwei, drei Jahre das Gymnasium von Kurligen. Die schlechte finanzielle Lage seiner Eltern zwang ihn dann aber ins Städtchen. Dort absolvierte er eine solide Berufslehre, wurde Beamter, heiratete, zeugte eine Tochter (Philemon) und einen Sohn (Andreas), baute ein Häuschen und überstand die in seiner Branche üblichen Beamtenhickhacks einigermassen unbeschadet. Heute strahlt er zwar in guten Zeiten eine gewisse Selbstzufriedenheit aus. In schlechten Zeiten aber empfindet er es noch immer als Niederlage, dass nicht er, sondern
nur sein Bruder Bauer werden durfte.
Philemon war sogar ein sehr begabtes Kind und der erste Spross der
vereinigten Familien Frogg und Walholz, der einen Fuss in eine Universität setzte. Hohe Erwartungen ruhten auf ihren Schultern. Und jetzt? Naja, die Geschichte kennt ihr.
Aber seid unbesorgt! Inzwischen sehe ich meine Lage wieder einiges gelassener. Nicht zuletzt dank Eurer tröstenden Worte. Herzlichen Dank dafür an Paul, Mick, wp und Caitlin!
Und demnächst, das verspreche ich Euch, erzähle ich Euch die Geschichte mit dem «Verliebt»-Button! Und es wird eine schöne Geschichte!
Für heute aber
ausgeglichen
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